Nitrat im Wasser

 

 

Nitrat im Trinkwasser – woher stammt es? Wie hoch ist der Grenzwert?

Eine Gewisse Menge von Nitrat im Trinkwasser ist meist vollkommen natürlichen Ursprungs. So wird Nitrat durch den Abbau von Stickstoffverbindungen im Boden in Grund- und Oberflächengewässer ausgewaschen. Nach einer Stellungnahme des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit kann ein Nitratgehalt von bis zu 25 mg/l aus natürlichen Quellen stammen. Höhere Werte von Nitrat im Trinkwasser stammen auch aus der Landwirtschaft. Nitrat wird zum Beispiel durch eine übermäßige Ausbringung von synthetischem Stickstoffdünger freigesetzt. Aber auch Gülle und Mist können zu erhöhten Nitrateinträgen in das Grundwasser und in Flüsse und Seen führen.
Generell ist das Risiko von viel Nitrat im Trinkwasser höher, wenn dieses aus oberflächennahen Grundwasserschichten stammt, die nicht durch eine Sperrschicht aus zum Beispiel Lehm vor Sickerwasser von landwirtschaftlichen Flächen geschützt werden. Viele private Brunnen entnehmen Grundwasser aus eher oberflächennahen Schichten und weisen daher relativ häufig erhöhte Nitratbelastungen auf. Aber auch Wasserwerke müssen teilweise Brunnen aufgrund zu hoher Nitratwerte stilllegen. Nach der Trinkwasserverordnung besteht in Deutschland ein Grenzwert von 50 mg Nitrat pro Liter.

Gesundheitsrisiken durch Nitrat im Trinkwasser

Eine Gesundheitsgefährdung durch Nitrat im Trinkwasser geht meist nicht direkt vom Nitrat aus. Die eigentlichen Gesundheitsrisiken durch eine zu hohe Nitrataufnahme über das Trinkwasser oder die Nahrung werden von der bakteriellen Umwandlung von Nitrat zu Nitrit im menschlichen Körper verursacht. Im Magen können dann wiederum aus Nitrit und sekundären Aminen die krebserregenden Nitrosamine entstehen. Sekundäre Amine sind Stickstoffverbindungen, die im Verdauungstrakt entstehen können und auch in vielen Nahrungsmitteln enthalten sind.
Zu viel Nitrat im Trinkwasser stellt besonders für Säuglinge ein großes Gesundheitsrisiko dar. So kann das aus dem Nitrat gebildete Nitrit bei Säuglingen besonders schnell eine lebensbedrohliche Methämoglobinämie (Blausucht) verursachen. Ursächlich dafür ist die Umwandlung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin zu Methämoglobin durch Nitrit. Hämoglobin ist entscheidend für den Sauerstofftransport im Blut. Methämoglobin kann diese Aufgabe nicht wahrnehmen. In der Folge kommt es bei einer Methämoglobinämie zu einer Sauerstoffunterversorgung des Körpers, die im allerschlimmsten Fall auch zum Tod führen kann.